Ob ein Leberherd im Ultraschall aufgefallen ist, ein Verdacht auf einen Gallengangstein besteht, eine Nierenkolik abgeklärt werden muss oder die Bauchschlagader kontrolliert wird. Entscheidend ist, mit welchem Verfahren sich Ihre konkrete Frage am zuverlässigsten beantworten lässt. Genau das legen wir gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt fest, bevor Sie zu uns kommen.
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MRT oder CT: zwei Verfahren, klar getrennt
Beide Methoden bilden den Bauch in feinen Schichten ab, aber sie spielen ihre Stärken bei unterschiedlichen Fragen aus:
Ohne Röntgenstrahlung, hoher Weichteilkontrast
Stark bei Leber, Gallenwegen und der genauen Charakterisierung von Herden. Braucht mehr Zeit und ein ruhiges Stillliegen.
- Leberherde genau einordnen
- Gallen- und Pankreasgang (MRCP)
- Nieren- und Nebennierenbefunde
Schnell, umfassend, jederzeit im Notfall
Stark bei Steinen, Gefäßen und der raschen Übersicht, in Sekunden aufgenommen. Arbeitet mit Röntgenstrahlung, die wir so niedrig wie möglich halten.
- Nierensteine und Nierenkolik
- Bauchschlagader und Gefäße
- Tumorsuche, Staging, akutes Abdomen
Welches Verfahren in Ihrem Fall das richtige ist, ergibt sich aus der Fragestellung auf der Überweisung. Wir stimmen es vorab ab, damit Sie nur die Untersuchung bekommen, die Ihre Frage wirklich beantwortet.
Was wir im MRT des Oberbauchs untersuchen
Leber-MRT mit leberspezifischem KontrastmittelBesondere Stärke
Ist im Ultraschall oder CT ein Leberherd aufgefallen, stellt sich vor allem eine Frage: harmlos oder nicht? Die MRT gibt hier oft eine klare Antwort. Wir verwenden dazu ein Kontrastmittel, das von gesunden Leberzellen aufgenommen wird (Gadoxetsäure). Wie ein Herd darauf reagiert, verrät viel über seine Art. Häufige gutartige Befunde wie ein Blutschwamm (Hämangiom) oder eine FNH lassen sich so zuverlässig erkennen, oft ganz ohne Gewebeprobe. Zusammen mit der Diffusionsmessung gehört die Leber-MRT zu den empfindlichsten Untersuchungen der Leber.
MRCP: Gallenwege und Pankreasgang ohne Endoskopie
Die MRCP stellt Gallenblase, Gallengänge und den Bauchspeicheldrüsengang allein mit dem Magnetfeld dar, ohne Spiegelung, ohne Kontrastmittel und ohne Strahlung. Sie ist die Methode der Wahl, um einen Stein im Gallengang, eine Engstelle oder eine unklare Abflussstörung zu suchen, bevor ein invasiver Eingriff (ERCP) überhaupt erwogen wird.
Nieren- und Nebennieren-MRT
Für die genaue Einordnung von Nierenzysten und -herden (nach der etablierten Bosniak-Einteilung) und zur Abklärung von Nebennierenbefunden nutzen wir spezielle MRT-Techniken, die etwa ein harmloses Nebennieren-Adenom zuverlässig erkennen. So lässt sich in vielen Fällen Entwarnung geben oder der nächste Schritt klar benennen.
Bauchspeicheldrüse: Zysten und Verlaufskontrolle
Zysten der Bauchspeicheldrüse sind ein häufiger Zufallsbefund. Weil sich viele über Jahre in Ruhe beobachten lassen, ist die strahlenfreie MRT mit MRCP hier die Methode der Wahl für die Verlaufskontrolle: Sie zeigt Größe, Form und die Verbindung zum Pankreasgang, ohne wiederholte Strahlenbelastung. Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder zur Ausbreitungsdiagnostik eines Tumors ist dagegen das CT führend (siehe unten).
Was wir im CT des Bauchs untersuchen
CT-Abdomen: Übersicht bei Tumor, Staging und akutem Bauch
Das CT nimmt den gesamten Bauchraum in wenigen Sekunden in dünnen Schichten auf. Das macht es zur ersten Wahl bei der Tumorsuche und der Ausbreitungsdiagnostik (Staging), bei entzündlichen Prozessen, etwa einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung, und beim akuten Bauch, wenn schnell Klarheit gebraucht wird. Die Strahlendosis halten wir dabei mit moderner Technik so niedrig wie diagnostisch vertretbar.
Uro-CT: Nierensteine und Blut im Urin
Bei einer Nierenkolik ist das Nativ-CT der ableitenden Harnwege der Goldstandard: Es findet auch kleinste Steine, zeigt ihre genaue Lage und Größe und damit, ob ein Stein von allein abgehen kann. Bei Blut im Urin klärt die CT-Urographie die ableitenden Harnwege auf ihrer ganzen Länge ab.
CT-Angiografie der Bauchschlagader und Bauchgefäße
Zur Beurteilung der Hauptschlagader (Aorta) und ihrer Äste, etwa bei einer Erweiterung (Aneurysma), Engstellen oder zur Kontrolle nach einem Gefäßeingriff, bildet die CT-Angiografie die Gefäße mit Kontrastmittel in hoher Auflösung dreidimensional ab.
Strahlung und Kontrastmittel: was Sie wissen sollten
Die MRT arbeitet ganz ohne Röntgenstrahlung, allein mit einem starken Magnetfeld. Das CT nutzt Röntgenstrahlung. Wir setzen sie nach dem Grundsatz „so viel wie nötig, so wenig wie möglich" ein und reduzieren die Dosis mit moderner Aufnahmetechnik, ohne die Bildqualität zu opfern.
Kommt Kontrastmittel zum Einsatz, verwenden wir gut verträgliche Präparate: im CT ein jodhaltiges, in der MRT ein modernes Gadolinium-Mittel. Vor einer Kontrastmittelgabe prüfen wir Ihre Nierenwerte und fragen bekannte Unverträglichkeiten ab. Viele Untersuchungen, allen voran die MRCP, kommen ganz ohne Kontrastmittel aus.
So läuft Ihre Untersuchung ab
Besondere Vorbereitung: Für die meisten Bauch-Untersuchungen ist keine besondere Vorbereitung nötig. Nur für die MRCP (Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge) kommen Sie bitte einige Stunden nüchtern. Für die MRT klären wir Metallteile oder einen Herzschrittmacher vorab über Ihren Fragebogen.
MRT des Oberbauchs (Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Nieren)
- Sie liegen bequem auf dem Rücken. Über einen kleinen venösen Zugang geben wir bei den meisten Fragestellungen ein Kontrastmittel, das die Organe klar hervortreten lässt.
- Bei Aufnahmen des Oberbauchs bitten wir Sie ab und zu, kurz die Luft anzuhalten. So werden Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse gestochen scharf. Gegen die Klopfgeräusche erhalten Sie einen Gehörschutz, und über Klingel und Sprechkontakt sind Sie jederzeit mit uns verbunden.
- Die Untersuchung dauert dank moderner Sequenzen und Deep Resolve in der Regel etwa 15 Minuten, bei hervorragender Bildqualität.
- Anschließend werten unsere Fachärzte die Bilder sorgfältig aus; Ihre behandelnde Praxis erhält einen strukturierten Befund.
CT des Bauchs
- Für die CT müssen Sie nicht nüchtern sein und brauchen keine besondere Vorbereitung.
- In der Regel spritzen wir über einen venösen Zugang ein Kontrastmittel. Dabei sind ein kurzes Wärmegefühl im Körper und das Gefühl, Wasser lassen zu müssen, ganz normal. Beides vergeht nach wenigen Augenblicken.
- Die eigentliche Aufnahme dauert nur wenige Sekunden; insgesamt sind Sie nur kurz im Gerät.
- Ihre behandelnde Praxis erhält anschließend einen strukturierten Befund unserer Fachärzte.
Und das Becken?
Fragestellungen im Becken, etwa die Prostata oder gynäkologische Themen, behandeln wir auf eigenen Seiten, weil sie eine eigene Vorbereitung und eigene Spezialsequenzen brauchen. Sprechen Sie uns an, dann ordnen wir Ihre Frage dem richtigen Untersuchungsgang zu.
Warum die Radiologie Parkstrasse Ulm
Wir sind eine arztgeführte radiologische Praxis, geführt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, beide Fachärzte für Radiologie. Die Wahl zwischen CT und MRT, der richtige Kontrastmittel-Einsatz und die Einordnung des Befunds sind ärztliche Entscheidungen. Bei uns trifft sie ein Facharzt, der Sie und Ihre Fragestellung kennt, und schreibt einen klaren Befund für Ihre weiterbehandelnde Praxis.
Häufige Fragen
Muss ich für die Untersuchung nüchtern sein?
CT oder MRT: wer entscheidet das?
Ist die Strahlenbelastung im CT bedenklich?
Was ist eine MRCP?
Ich habe einen Leberfleck im Ultraschall: was jetzt?
Bekomme ich immer Kontrastmittel?
Kosten
Mit einer ärztlichen Überweisung sind die hier beschriebenen Untersuchungen des Bauchs eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Ohne medizinische Indikation, etwa auf eigenen Wunsch, ist eine Untersuchung als Selbstzahlerleistung möglich; den Betrag nennen wir Ihnen vorab in einem unverbindlichen Kostenvoranschlag nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Quellen: S3-Leitlinie Hepatozelluläres Karzinom und biliäre Karzinome (AWMF 032-053OL) · ESUR-Empfehlungen zu Kontrastmitteln und zur Bosniak-Klassifikation von Nierenzysten · ACR Appropriateness Criteria (akutes Abdomen, Nierenkolik, Leberherd). Dieser Text dient Ihrer Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch.
