Kaum eine Untersuchung ist so mit Sorge verbunden wie die der Brust. Deshalb kommt es uns auf zweierlei an: eine gründliche, dem Stand der Technik entsprechende Bildgebung, und ein ruhiger, klarer Umgang mit dem, was wir sehen. Kein Verfahren erkennt jede Veränderung; wir kombinieren die Methoden sinnvoll und besprechen mit Ihnen, was in Ihrer Situation zusammenpasst.
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Unsere Verfahren
Mammographie: die Basis der Brustdiagnostik
Die Mammographie ist die am besten untersuchte Methode der Brustkrebs-Früherkennung. Für keine andere ist der Nutzen so umfassend belegt. Sie zeigt als einziges Verfahren Mikrokalk zuverlässig, feinste Kalkablagerungen, die ein sehr frühes Zeichen sein können. Wir arbeiten mit moderner digitaler Mammographie. Bei sehr dichtem Drüsengewebe kann die Mammographie an Grenzen stoßen, dann sprechen wir mit Ihnen über eine ergänzende Untersuchung.
Mamma-MRT: das empfindlichste Verfahren
Die Kontrastmittel-MRT der Brust ist die empfindlichste bildgebende Untersuchung. Sie kommt ohne Röntgenstrahlung aus und macht die stärkere Durchblutung auffälliger Areale sichtbar. Wir setzen sie gezielt dort ein, wo sie nachweislich hilft: zur Abklärung eines unklaren Befunds, bei dichtem Drüsengewebe oder bei erhöhtem Risiko (siehe unten).
Ihr Ergebnis: die BI-RADS-Einordnung
Jeder Brustbefund erhält eine einheitliche Kategorie nach dem internationalen BI-RADS-Schema. So ist immer klar, wie ein Ergebnis einzuschätzen ist und welcher Schritt folgt:
- 0
- Beurteilung noch nicht abgeschlossen. Eine ergänzende oder frühere Aufnahme ist nötig
- 1–2
- unauffällig oder sicher gutartig (z. B. eine Zyste)
- 3
- höchstwahrscheinlich gutartig: eine kurzfristige Kontrolle bestätigt, dass alles stabil bleibt
- 4–5
- unklar bis auffällig. Zur Sicherheit wird eine Gewebeprobe empfohlen
- 6
- bereits feingeweblich gesicherter Befund (vor der Behandlung)
Zu Kategorie 3, die oft verunsichert: Sie bedeutet, dass ein Befund mit hoher Wahrscheinlichkeit gutartig ist. Die empfohlene Kontrolle dient nur der Sicherheit, dass sich nichts verändert. Sie ist kein Grund zur Sorge.
Früherkennung: das Mammographie-Screening-Programm
Für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren gibt es in Deutschland das organisierte Mammographie-Screening, eine qualitätsgesicherte Reihenuntersuchung alle zwei Jahre, von zwei speziell zertifizierten Ärzten unabhängig befundet und von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Die Einladung dazu erfolgt automatisch; Frauen von 70 bis 75 können sich selbst anmelden.
Diese Reihenuntersuchung findet in den dafür zertifizierten Screening-Einheiten statt. Wir sind keine solche Einheit und übernehmen sie daher nicht. Was wir für Sie tun: die gezielte Abklärung bei Beschwerden, einem Tastbefund oder in der Nachsorge (siehe nächster Abschnitt).
Kurative Mammographie: die gezielte Abklärung
Anders als die Reihenuntersuchung Gesunder ist die kurative Mammographie eine gezielte Untersuchung bei einer konkreten Frage, etwa bei einem tastbaren Knoten, einer Hauteinziehung, Absonderungen aus der Brustwarze oder in der Nachsorge nach einer Behandlung. Mit einer ärztlichen Überweisung ist sie eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Sie erhalten einen strukturierten Befund für Ihre Frauenärztin oder Ihren behandelnden Arzt.
Mamma-MRT: wann sie sinnvoll ist
Die Mamma-MRT ist besonders empfindlich, und gerade deshalb setzen wir sie überlegt ein, denn sie findet auch einmal Veränderungen, die sich als harmlos herausstellen. Sinnvoll ist sie vor allem:
- zur Abklärung eines in Mammographie oder Ultraschall unklaren Befunds,
- bei dichtem Drüsengewebe, wenn die Mammographie an ihre Grenzen kommt,
- bei deutlich erhöhtem familiärem Risiko als Teil einer intensivierten Früherkennung,
- zur Beurteilung von Brustimplantaten oder zur Unterscheidung von Narbe und neuem Befund.
Kostenübernahme: Als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse ist die Mamma-MRT auf einen eng begründeten Verdachtsfall beschränkt. Sie muss ärztlich zur genauen Abklärung eines konkreten Krebsverdachts angefordert werden. In allen anderen Fällen, etwa als ergänzende Früherkennung bei dichtem Gewebe oder auf Ihren Wunsch, ist sie eine Selbstzahlerleistung; privat Versicherte und Beihilfeberechtigte erhalten die medizinisch begründete Untersuchung in der Regel erstattet. Als Selbstzahlerleistung liegen die Kosten für eine Mamma-MRT beider Brüste mit Kontrastmittel in der Regel bei ca. 900 Euro; den genauen Betrag nennen wir Ihnen vorab in einem unverbindlichen Kostenvoranschlag.
Was passiert bei einem auffälligen Befund?
Ein auffälliger Befund bedeutet noch keine Diagnose. Meist folgen zunächst ergänzende Aufnahmen; bleibt eine Stelle unklar, wird zur Sicherheit eine Gewebeprobe empfohlen. Diese nehmen wir nicht selbst vor. Sie erfolgt an einer darauf spezialisierten Stelle, etwa einem Brustzentrum. Dabei gilt: Die große Mehrheit dieser Abklärungen ergibt am Ende einen gutartigen Befund. Wir ordnen Ihren Befund klar ein und sagen Ihnen bei jedem Schritt, was er bedeutet.
So läuft Ihre Untersuchung ab
Besondere Vorbereitung: Für die Mammographie tragen Sie am Untersuchungstag bitte kein Deo, Puder oder Creme im Brust- und Achselbereich: sie können auf dem Bild wie Kalk aussehen. Den Termin legen wir möglichst in die erste Zyklushälfte, dann ist die Brust weniger druckempfindlich. Für die Mamma-MRT klären wir Metallteile oder einen Herzschrittmacher vorab über Ihren Fragebogen.
Mammographie: Schritt für Schritt
- Für die Mammographie wird die Brust nacheinander zwischen zwei Platten kurz zusammengedrückt. Das kann einen Moment unangenehm sein, ist aber wichtig: Es macht das Gewebe dünner, so werden feinste Kalkspuren sichtbar, bei möglichst geringer Strahlendosis. Der Druck dauert nur wenige Sekunden je Aufnahme.
- In der Regel entstehen je Brust zwei Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen. Die ganze Untersuchung dauert nur wenige Minuten.
- Unsere Fachärzte befunden die Bilder nach dem BI-RADS-Schema; Ihre behandelnde Praxis erhält einen klaren Befund.
Mamma-MRT: Schritt für Schritt
- Für die Mamma-MRT liegen Sie auf dem Bauch, die Brust ruht frei in einer Spezialspule. Über einen venösen Zugang geben wir ein Kontrastmittel, das durchblutungsreiche Areale sichtbar macht.
- Den Termin legen wir möglichst in die 2. Zykluswoche, weil die Brust dann am besten zu beurteilen ist. Gegen die Klopfgeräusche erhalten Sie einen Gehörschutz.
- Die Untersuchung dauert in der Regel etwa 15 Minuten; auch hier befunden wir nach BI-RADS.
Warum die Radiologie Parkstrasse Ulm
Wir sind eine arztgeführte radiologische Praxis, geführt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, beide Fachärzte für Radiologie. Brustdiagnostik verlangt Erfahrung und Ruhe: Wer sich bei uns untersuchen lässt, wird von einem Facharzt befundet, bekommt eine klare Einordnung nach BI-RADS und einen strukturierten Befund für die weiterbehandelnde Frauenärztin oder den Arzt.
Häufige Fragen
Tut die Mammographie weh?
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Ich habe dichtes Brustgewebe, was heißt das?
Was bedeutet meine BI-RADS-Kategorie?
Muss ich für die Mamma-MRT etwas beachten?
Quellen: S3-Leitlinie Mammakarzinom (AWMF 032-045OL, Version 5.1, 2026) · Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des G-BA (Mammographie-Screening) · EUSOBI-Empfehlungen zur Brustdichte und zum Brust-MRT · ACR BI-RADS. Dieser Text dient Ihrer Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch.
