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Prostata-MRT · mpMRT

Prostata-MRT: Abklärung bei erhöhtem PSA-Wert

Bei erhöhtem PSA-Wert oder Verdacht auf eine Prostataerkrankung unterstützt die multiparametrische Magnetresonanztomografie (mpMRT) die leitliniengerechte Abklärung.

Die Prostata-MRT ist das leitliniengerechte Verfahren, um verdächtige Areale in der Prostata sichtbar zu machen und über eine gezielte Gewebeprobe zu entscheiden.

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Prostata-MRT

Wann ist eine Prostata-MRT sinnvoll?

Der häufigste Anlass ist ein erhöhter PSA-Wert, der bei Ihrem Hausarzt oder Urologen aufgefallen ist. Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) liegt in der Regel unterhalb von 4 ng/ml. Liegt er darüber, so könnte eine Raumforderung der Prostata dahinterstecken. Erhöhte Werte entstehen aber auch durch eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung. Sinnvoll ist die MRT vor allem:

Ob eine MRT für Sie der richtige Schritt ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem überweisenden Urologen. Wir führen sie durch und befunden sie.

Was wir abklären

Zwei Veränderungen der Prostata werden mit dem Alter häufiger. Die MRT hilft, sie zu unterscheiden:

Gutartige Vergrößerung (BPH)

Eine gutartige Vergrößerung ist häufig und meist harmlos, kann aber das Wasserlassen erschweren. Sie ist kein Krebs. Die MRT ordnet ihren Umfang ein und grenzt sie von verdächtigem Gewebe ab.

Abklärung bei erhöhtem PSA-Wert oder auffälligem Tastbefund

Ist der PSA-Wert erhöht oder hat Ihr Urologe beim Tasten etwas Auffälliges bemerkt, zeigt die MRT, ob und wo in der Prostata ein verdächtiges Areal liegt. So lässt sich gezielt entscheiden, ob eine Gewebeprobe nötig ist.

So läuft Ihre Untersuchung ab

Für diese Fragestellung nutzen wir unser 3-Tesla-Hochfeld-MRT. Das starke Magnetfeld liefert ein besonders klares Bild. Unser Skyra-MRT läuft auf der aktuellen Siemens-Plattform mit Deep Resolve, der KI-gestützten Bildrekonstruktion des Herstellers. Das bedeutet für Sie: bessere Bilder in kürzerer Untersuchungszeit. Wir kombinieren dabei mehrere Aufnahmearten, die sich ergänzen. Die erste stellt den Aufbau des Gewebes detailliert dar (T2-Wichtung). Die zweite misst die Beweglichkeit der Wassermoleküle und hebt dichtes Tumorgewebe hervor (Diffusion). In der Regel folgt eine Serie nach Gabe eines Kontrastmittels, die die Durchblutung zeigt. Diese Kombination nennt man multiparametrische MRT (mpMRT). In bestimmten Situationen, etwa bei sehr eingeschränkter Nierenfunktion, verzichten wir auf das Kontrastmittel und arbeiten mit der kontrastmittelfreien Variante (bpMRT). Für die Untersuchung wird keine Spule mehr in den Enddarm eingeführt (das war in den Anfängen so üblich). Heutzutage legen wir lediglich eine flache Spule von außen auf Ihr Becken.

Besondere Vorbereitung: Für ein gut beurteilbares Bild bitten wir Sie, rund 3 Tage vor dem Termin keinen Samenerguss zu haben und mit möglichst leerem Enddarm zu kommen. Nach einer Prostata-Biopsie warten Sie bitte mindestens 6 Wochen bis zur Bildgebung, damit Einblutungen das Bild nicht verfälschen. Teilen Sie uns bitte vor der Untersuchung mit, falls Sie einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektronisches Implantat haben.

MRT-Untersuchung der Prostata am 3-Tesla-Gerät

Schritt für Schritt

  1. Vor der Untersuchung legen wir Ihnen einen venösen Zugang und spritzen Buscopan, ein Medikament, das den Darm kurz ruhigstellt und so die Bildschärfe erhöht. Bei bestimmten Vorerkrankungen (etwa grünem Star, Herzrhythmusstörungen oder Harnverhalt) dürfen wir es nicht geben; das klären wir vorab über Ihren Fragebogen.
  2. Sie liegen bequem auf dem Rücken. In mehreren Aufnahmeserien erfassen wir die Prostata multiparametrisch, in der Regel mit einem Kontrastmittel über den venösen Zugang. Gegen die Klopfgeräusche erhalten Sie einen Gehörschutz, und über Klingel und Sprechkontakt sind Sie jederzeit mit uns verbunden.
  3. Die eigentliche Aufnahme dauert dank modernster Sequenzen und Deep Resolve nur etwa 15 Minuten bei hervorragender Bildqualität.
  4. Nach der Gabe von Buscopan kann das Sehen kurzzeitig verschwommen sein. Kommen Sie daher bitte nicht selbst mit dem Auto. Ihre Bilder werten unsere Fachärzte sorgfältig nach PI-RADS aus.

Nachvollziehbare Befundung nach PI-RADS

Wir befunden nach dem international einheitlichen PI-RADS-Schema (Version 2.1). Es fasst das Ergebnis in einer Skala von 1 bis 5 zusammen, damit Ihr Urologe eine klare Grundlage für die nächste Entscheidung hat:

1–2
unauffällig: Krebs ist unwahrscheinlich
3
unklar: das weitere Vorgehen wird individuell abgewogen
4–5
auffällig: eine gezielte Gewebeprobe wird empfohlen

Sie erhalten einen strukturierten Befund, den Ihr überweisender Arzt direkt weiterverwenden kann.

KI-Unterstützung bei der Befundung

Bei der Auswertung Ihrer Prostata-MRT setzen wir zusätzlich auf eine spezialisierte, nach EU-MDR CE-zertifizierte KI-Software (mediaire, Medizinprodukt der Klasse IIb): Sie unterstützt uns mit einer automatischen Vermessung der Prostata und einer strukturierten Auswertung nach PI-RADS. Die KI ist dabei wie ein zweites Paar Augen. Die Diagnose stellt immer die Ärztin oder der Arzt.

Ihre nächsten Schritte

Zeigt die MRT ein auffälliges Areal (PI-RADS 4–5), kann Ihr Urologe nach der Untersuchung eine gezielte Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen: Bei der MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie überlagert er unsere MRT-Bilder mit dem Live-Ultraschall, sodass genau die verdächtige Stelle getroffen wird. Die Biopsie selbst nehmen wir nicht vor: Diese und jede weitere Behandlung erfolgen bei Ihrem behandelnden Urologen; wir liefern die Bildgebung und arbeiten mit den urologischen Praxen der Region eng zusammen.

Warum die Radiologie Parkstrasse Ulm

Die Prostata-MRT ist ein Schwerpunkt von Dr. May und Dr. Sinn, die unter anderem am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eng mit der auf Prostataerkrankungen spezialisierten Martini-Klinik zusammengearbeitet haben. Wer bei uns untersucht wird, profitiert von dieser Expertise.

Kosten & Kostenübernahme

Die multiparametrische Prostata-MRT ist eine Selbstzahler- bzw. Wunschleistung und wird individuell nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. In den Kosten enthalten sind die Untersuchung am 3-Tesla-MRT, das Kontrastmittel und die persönliche ärztliche Befundbesprechung. Die Befundbesprechung erfolgt für Sie im Nachgang bequem per Telefon. So müssen Sie vor Ort nicht warten. Die sorgfältige Auswertung der Bilder braucht etwas Zeit. Die genauen Kosten hängen vom Untersuchungsumfang, dem verwendeten Kontrastmittel und Ihren individuellen Gegebenheiten ab und ergeben sich aus der ärztlichen Rechnung nach GOÄ.

Privat versichert? Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten der medizinisch begründeten Prostata-MRT in der Regel.

Gesetzlich versichert? Grundsätzlich ist die Prostata-MRT hier eine Selbstzahlerleistung. Über einen Selektivvertrag übernehmen jedoch zahlreiche Betriebskrankenkassen die Kosten, darunter Kassen aus der Region, zum Beispiel die BKK VerbundPlus mit Sitz in Biberach.

Stand der Liste: August 2026 · ohne Gewähr. Die Teilnahme kann sich ändern. Bitte erfragen Sie eine verbindliche Kostenübernahme direkt bei Ihrer Kasse.

Häufige Fragen

Wird etwas in den Enddarm eingeführt?
Nein. Bei uns wird nichts in den Darm eingeführt. Wir legen lediglich eine Spule von außen auf Ihr Becken. Zusätzlich erhalten Sie über einen venösen Zugang ein den Darm beruhigendes Medikament (Buscopan) für besonders scharfe Bilder.
Tut die Prostata-MRT weh?
Nein. Die Untersuchung ist schmerzfrei und kommt ohne Röntgenstrahlung aus. Sie liegen etwa 15 Minuten ruhig im Gerät; das MRT erzeugt dabei laute Klopfgeräusche, gegen die Sie einen Gehörschutz bekommen.
Bekomme ich ein Medikament (Buscopan), und darf ich danach Auto fahren?
Über einen venösen Zugang spritzen wir Ihnen Buscopan, das den Darm kurz ruhigstellt und die Bilder schärfer macht. Bei bestimmten Vorerkrankungen (etwa grünem Star, Herzrhythmusstörungen oder Harnverhalt) dürfen wir es nicht geben. Das fragen wir vorab in Ihrem Fragebogen ab. Nach der Gabe kann das Sehen kurz verschwommen sein, daher kommen Sie bitte nicht selbst mit dem Auto, sondern mit Begleitung oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Was bedeutet mein PI-RADS-Wert?
PI-RADS 1–2 spricht gegen einen bösartigen Befund, 3 ist unklar und wird individuell abgewogen, 4–5 gilt als auffällig, sodass eine gezielte Gewebeprobe empfohlen wird. Die Entscheidung darüber trifft Ihr Urologe gemeinsam mit Ihnen.
Brauche ich Kontrastmittel?
In den meisten Fällen gehört eine Serie mit Kontrastmittel dazu. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder in besonderen Situationen können wir auf die kontrastmittelfreie Variante (bpMRT) ausweichen. Das klären wir vor der Untersuchung mit Ihnen.
Ich habe eine Hüftprothese, ist die Untersuchung trotzdem aussagekräftig?
Ja, die Untersuchung ist auch mit einer Hüftprothese (Hüft-TEP) durchführbar. Die diffusionsgewichteten Sequenzen, die für die Beurteilung zentral sind, reagieren allerdings empfindlich auf Metall in ihrer Nähe und können in Prothesennähe Bildstörungen (Artefakte) zeigen. Gerade bei einem beidseitigen Hüftgelenkersatz (beidseitige Hüft-TEP) kann die Aussagekraft dadurch etwas eingeschränkt sein. Wir passen die Aufnahmen so gut wie möglich an und ordnen den Befund entsprechend ein.
Zahlt die Krankenkasse?
Privat Versicherte erhalten die medizinisch begründete Untersuchung in der Regel erstattet. Für gesetzlich Versicherte ist sie grundsätzlich eine Selbstzahlerleistung (individuell nach GOÄ). Über einen Selektivvertrag übernehmen jedoch zahlreiche Betriebskrankenkassen die Kosten. Sprechen Sie uns an: Wir prüfen, ob Ihre Kasse teilnimmt, und nennen Ihnen vorab einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.

Quellen: S3-Leitlinie Prostatakarzinom (AWMF 043-022, Update 2025) · PI-RADS v2.1 · Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut. Dieser Text dient Ihrer Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch.