Am Kopf entscheidet die richtige Wahl des Verfahrens über die Aussagekraft: Die MRT zeigt das Hirngewebe besonders fein und kommt ohne Röntgenstrahlung aus, die CT ist schnell und bei Notfällen oder am Knochen stark. Beides bieten wir, und wählen es passend zu Ihrer Fragestellung.
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Im Notfall zählt jede Minute. Bei plötzlichen Ausfällen wie Lähmung, Sprach- oder Sehstörung, bei schlagartig stärkstem Kopfschmerz „wie noch nie" oder nach einem Sturz auf den Kopf wählen Sie sofort den Notruf 112. Als radiologische Praxis übernehmen wir die geplante, abklärende Bildgebung, nicht die Notfallversorgung.
MRT oder CT: Was beantwortet welche Frage?
Beide Verfahren ergänzen sich. Welches sinnvoll ist, richtet sich nach Ihrer Fragestellung. Wir stimmen das mit Ihrem überweisenden Arzt ab:
MRT: das Gehirn fein und strahlungsfrei
Die Magnetresonanztomografie zeigt das Hirngewebe mit dem feinsten Kontrast, ganz ohne Röntgenstrahlung.
- frühe Durchblutungsstörungen, Entzündungsherde (z. B. Multiple Sklerose)
- Tumoren und ihre genaue Lage
- Gedächtnisstörungen, Hirnstamm und hintere Schädelgrube
CT: schnell, und stark am Knochen
Die Computertomografie liefert in Sekunden ein Bild und ist überall dort stark, wo es schnell gehen muss oder Knochen und Verkalkungen zählen.
- Blutungen und knöcherne Verletzungen
- Nasennebenhöhlen und Schädelbasis
- Halsgefäße mit ihren Verkalkungen (siehe unten)
Die Halsschlagadern: Engstellen genau beurteilen
Verengungen der Halsschlagader (Karotisstenose) sind ein wichtiger Risikofaktor für den Schlaganfall. Häufig beginnt die Abklärung beim Haus- oder Facharzt mit einer Ultraschall-Untersuchung. Für die genaue Vermessung einer Engstelle liefern wir die Gefäßdarstellung im Schnittbild, bevorzugt im CT (CT-Angiografie). Die CT bildet Verkalkungen und den Gefäßquerschnitt räumlich besonders exakt ab; so lässt sich der Grad einer Engstelle hier oft am zuverlässigsten einordnen. Ob CT oder MRT im Einzelfall die richtige Wahl ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt, auch mit Blick auf Nierenwerte und Kontrastmittel.
Schlaganfall und Durchblutungsstörungen
Beim akuten Schlaganfall gehört die Bildgebung in die Klinik. Dort schließt eine CT zunächst eine Blutung aus und stellt die Gefäße dar, damit ohne Zeitverlust behandelt werden kann. Rufen Sie bei plötzlichen Ausfällen immer sofort die 112.
Bei uns findet die geplante Abklärung statt: nach einer vorübergehenden Durchblutungsstörung (TIA) oder einem durchgemachten Schlaganfall untersuchen wir die Ursachen: den Zustand der Hals- und Hirngefäße, zurückliegende Veränderungen im Hirngewebe und Kontrollen im Verlauf. Die MRT kann mit besonderen Sequenzen auch kleine, ältere Durchblutungsschäden sichtbar machen.
Demenz und Gedächtnisstörungen
Wenn das Gedächtnis nachlässt, hat das viele mögliche Ursachen, und einige davon sind gut behandelbar. Genau hier hilft die MRT: Sie erkennt oder schließt andere Ursachen aus, etwa eine Hirnwasser-Abflussstörung, einen Tumor oder eine alte Blutung, und erfasst Durchblutungsschäden der kleinen Gefäße. Bestimmte Schrumpfungsmuster des Gehirns können den Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung unterstützen.
Die MRT stellt die Diagnose einer Demenz nicht allein. Sie ist ein Baustein neben dem ärztlichen Gespräch, Gedächtnistests und Laborwerten, aber einer, der behandelbare Ursachen aufdeckt, die man sonst übersehen könnte.
Multiple Sklerose (MS)
Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ist die MRT die wichtigste Untersuchung. Sie macht die typischen Entzündungsherde in Gehirn, Sehnerv und Rückenmark sichtbar. Mit einem Kontrastmittel lassen sich dabei frische, aktive Herde von älteren unterscheiden. Das hilft dem Neurologen, die Erkrankung einzuordnen und ihren Verlauf zu beurteilen.
Wir befunden nach den aktuellen McDonald-Kriterien (2024), dem internationalen Standard für die MS-Diagnostik, und achten auf die charakteristische Verteilung der Herde. Für Verlaufskontrollen ist die MRT das Mittel der Wahl, weil sie Veränderungen zuverlässig über die Zeit vergleichbar macht.
Hirntumoren und Metastasen
Bei Verdacht auf einen Hirntumor oder Absiedlungen (Metastasen) ist die MRT mit Kontrastmittel die genaueste Untersuchung: Sie macht Auffälligkeiten sichtbar, bestimmt ihre Lage und Ausdehnung und liefert die Grundlage für Operation, Bestrahlung und Verlaufskontrolle. Die CT ergänzt sie, wenn es um Verkalkungen, den Knochen oder eine rasche Notfall-Frage geht.
Die Bildgebung liefert dabei den Verdacht und die genaue Charakterisierung. Die endgültige Diagnose stellt erst die feingewebliche Untersuchung durch die Pathologie. Sehr kleine Herde können sich der Bildgebung entziehen; deshalb raten wir zu Verlaufskontrollen im empfohlenen Rhythmus.
KI-Unterstützung bei der Befundung
Bei bestimmten Fragestellungen setzen wir ergänzend eine spezialisierte, CE-gekennzeichnete KI-Software ein, etwa im Verlauf der Multiplen Sklerose oder bei der Frage nach einem altersuntypischen Hirnschwund. Sie vermisst Hirnvolumen und Entzündungsherde automatisch und vergleicht sie mit altersnormierten Referenzwerten. Das liefert objektive, über die Zeit vergleichbare Zahlen. Die KI unterstützt dabei. Die Diagnose stellt immer der Arzt.
Weitere Fragestellungen, die wir abklären
Warum die Feldstärke am Gehirn zählt
Am Herzen arbeiten wir bewusst mit 1,5 Tesla. Am ruhenden Gehirn spielt die MRT dagegen ihre volle Stärke aus: Unser 3-Tesla-Hochfeld-MRT liefert ein stärkeres Signal und damit besonders scharfe, detailreiche Bilder. Das hilft gerade bei feinen Strukturen wie den Entzündungsherden der Multiplen Sklerose, kleinen Tumoren oder der Beurteilung des Gedächtniszentrums. Und das alles ganz ohne Röntgenstrahlung.
So läuft Ihre Untersuchung ab
An unserem 3-Tesla-Hochfeld-MRT bilden wir Gehirn und Halsstrukturen strahlungsfrei und besonders detailreich ab. Was Sie bei uns erwartet:
Besondere Vorbereitung: Für die MRT von Kopf und Hals müssen Sie nicht nüchtern sein. Bitte legen Sie vor der Untersuchung Schmuck, Piercings, Hörgeräte und herausnehmbaren Zahnersatz ab. Metallteile im Körper oder einen Herzschrittmacher sagen Sie uns vorab. Das klären wir über Ihren Fragebogen.
Schritt für Schritt
- Bei manchen Fragestellungen geben wir über einen kleinen venösen Zugang ein Kontrastmittel, das krankhaftes Gewebe deutlicher hervortreten lässt.
- Sie liegen bequem auf dem Rücken, Ihr Kopf ruht in einer weichen Spule, welche die Signale empfängt. Wichtig ist nur, dass Sie ruhig liegen. So werden die feinen Bilder gestochen scharf. Gegen die Klopfgeräusche erhalten Sie einen Gehörschutz, und über Klingel und Sprechkontakt sind Sie jederzeit mit uns verbunden.
- Die Untersuchung dauert dank moderner Sequenzen und Deep Resolve in der Regel etwa 15 Minuten, bei hervorragender Bildqualität.
- Anschließend werten unsere Fachärzte die Bilder sorgfältig aus; Ihr überweisender Neurologe, Haus- oder Nervenarzt erhält einen strukturierten Befund. Nach der Untersuchung können Sie Ihren Tag wie gewohnt fortsetzen.
Ist eine Computertomografie (CT) das passende Verfahren, läuft es ähnlich ab, nur schneller und ohne Spule; die Schnittbilder entstehen dann mit einer niedrig dosierten Röntgentechnik.
Warum die Radiologie Parkstrasse Ulm
Wir sind eine arztgeführte radiologische Praxis, geführt von Dr. med. Philipp May und Dr. med. Martin Sinn, beide Fachärzte für Radiologie. Kopf- und Halsbildgebung verlangt Erfahrung in der Auswahl des Verfahrens und in der Befundung. Bei uns erhalten Sie den Befund von einem Facharzt, strukturiert aufgebaut. So kann ihn der überweisende Neurologe, Hausarzt oder Neurochirurg direkt weiterverwenden.
Kosten & Kostenübernahme
Mit einer ärztlichen Überweisung ist die MRT oder CT von Kopf und Hals bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel eine Leistung der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Für Sie entstehen dann keine zusätzlichen Kosten. Bringen Sie die Überweisung Ihres Haus-, Fach- oder Nervenarztes einfach zum Termin mit.
Ohne medizinische Notwendigkeit, etwa als reine Wunschuntersuchung, ist sie eine Selbstzahlerleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ); den Betrag nennen wir Ihnen in diesem Fall vorab in einem unverbindlichen Kostenvoranschlag.
Häufige Fragen
MRT oder CT: Was ist besser für den Kopf?
Ist die Untersuchung strahlungsfrei?
Brauche ich ein Kontrastmittel?
Kann die MRT einen Tumor oder ein Aneurysma sicher ausschließen?
Ich habe einen Herzschrittmacher oder Metall im Körper: Geht die MRT?
Muss ich bei Kopfschmerzen ein MRT machen lassen?
Quellen: S3-Leitlinie Demenzen (AWMF 038-013, 2026) · S3-Leitlinie Extrakranielle Karotisstenose (AWMF 004-028) · Leitlinie Akuttherapie ischämischer Schlaganfall (AWMF 030-046) · McDonald-Kriterien 2024 · EANO-Leitlinie Gliome · ILAE-Neuroimaging-Empfehlungen. Dieser Text dient Ihrer Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch.
